Aline Kuenzler
,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
15.01.2026
Zum Flanieren soll eine neue Brücke über den Rhein in der Nähe von St. Margrethen einladen. Dies nicht zur zu Fuss, sondern auch im Sattel. Das Brückenprojekt «Flaneur» umfasst eine Fuss- und Veloverkehrsbrücke zwischen den Gemeinden Diepoldsau und Widnau. Ziel des Neubaus ist es, eine sichere, attraktive und vom motorisierten Verkehr getrennte Verbindung für den sogenannten Langsamverkehr zu schaffen.
Die Brücke soll den Alltags- und Freizeitverkehr fördern, das regionale Fuss- und Velowegnetz stärken und einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten, wie die Gemeinden erläutern. Gleichzeitig werde Wert auf eine hochwertige architektonische Gestaltung gelegt, die sich sensibel in den Landschafts- und Naturraum des Rheinufers einfüge.
Die Idee einer zusätzlichen Rheinquerung für Velofahrerinnen und Fussgänger besteht seit mehreren Jahren. Um eine qualitativ hochwertige Lösung zu finden, haben die Gemeinden Diepoldsau und Widnau im Herbst 2024 einen offenen Projektwettbewerb gestartet. Als Siegerin aus dem anonymen Wettbewerb ging im Mai 2025 das Projekt «Flaneur» hervor. Der Entwurf stammt von einem interdisziplinären Planungsteam und hat die Jury insbesondere durch die klare, zurückhaltende Form, die gute Einbindung in die Landschaft sowie die hohe Aufenthaltsqualität für Fuss- und Veloverkehr überzeugt
«Flaneur» sieht eine schlanke, leicht geschwungene Brücke aus Stahl und Stahlbeton vor, die den Rhein elegant überspannt. Die Linienführung ist bewusst ruhig und flanierend gestaltet. Der Name «Flaneur» verweist auf das genussvolle, entschleunigte Queren des Flusses. Die Brücke ist ausschliesslich für den nicht motorisierten Verkehr vorgesehen und bietet genügend Breite für Fussgängerinnen und Velofahrer. Für den Belag auf der Brücke ist Gussasphalt mit eingelassenem Rheinkies-Einstreu vorgesehen. So soll optische Nähe zur Flusslandschaft geschaffen werden.
Die Details des Projekts sind aber noch nicht definitiv. Das Vorprojekt liegt seit dem 12. Januar öffentlich auf. Die Bevölkerung hat nun bis am 10. Februar die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Während der Mitwirkungsfrist können Interessierte die Projektunterlagen einsehen sowie schriftliche Anregungen oder Einwendungen einreichen. Die Rückmeldungen aus der Mitwirkung werden geprüft und, soweit möglich, in die weitere Planung einfliessen.
Die geschätzten Gesamtkosten der Brücke liegen bei rund 8,7 Millionen Franken. Ein wesentlicher Teil der Finanzierung soll durch Beiträge von Bund und Kanton St. Gallen erfolgen. Die verbleibenden Kosten werden zu gleichen Teilen von den Gemeinden Diepoldsau und Widnau getragen. Als nächster Schritt ist eine Urnenabstimmung am 14. Juni über die Baukredite vorgesehen. Der Baustart ist für die kommenden Jahre geplant.

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