Laurens van Rooijen
,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
02.04.2026
In Taiwan gab es dieses Jahr weniger Neuheiten zu sehen als auch schon. Dennoch ist die Taipei Cycle Show der Gradmesser der internationalen Velobranche.
Wer durch die Hallen des Nangang Exhibition Centers in Taipeh schlenderte, traf auf die gewohnt grossen Auftritte der Branchenriesen wie Giant, Merida, Shimano und Sram. Auch wenn die Messe in Taiwans Hauptstadt gut besucht war, fiel eines auf: Die ganz grossen Produktinnovationen hielten sich in Grenzen.
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Der Grund für die Zurückhaltung ist logistischer Natur. Die Überlager der vergangenen Jahre sind in der Veloindustrie noch immer nicht vollständig abgebaut. Viele Hersteller halten Neuheiten deshalb zurück und zeigen vorwiegend Ware aus dem aktuellen Modelljahr.
Die spannendsten Entwicklungen fanden ohnehin hinter den Kulissen der Hersteller statt. Ein Thema dominierte dabei die Gespräche: Mountainbikes mit 32-Zoll-Laufrädern.
Während die grossen Räder im Mountainbike-Rennzirkus bereits in dieser Saison an den Start rollen, müssen sich Bikefans noch etwas gedulden. Es wird erwartet, dass die meisten grossen Hersteller ihre 32-Zoll-Serienprodukte erst im Frühjahr 2027 (als Teil des Modelljahrs 2028) auf den Markt bringen.
Das verschafft der Branche die nötige Zeit, um die aktuellen 29-Zoll-Modelle abzuverkaufen – und den Fahrerinnen und Fahrern die Möglichkeit, sich langsam an den Gedanken noch grösserer Laufräder zu gewöhnen.
Gepunktet hat die Messe einmal mehr mit Taiwans traditioneller Stärke im elektronischen und digitalen Sektor. Dieser Bereich wächst rasant, da datenhungrige Radsportlerinnen und -sportler immer präzisere Gadgets wünschen. Ein Beispiel dafür waren die neuen Pedale mit integrierter Leistungsmessung des deutschen Sportelektronikers Messwerk, die auf der Messe kurz vor ihrer Markteinführung standen und beim Fachpublikum auf grosses Interesse stiessen.
Neben den Produkten war die angespannte Weltlage ein allgegenwärtiges Thema, das auch Auswirkungen auf Endverbraucher haben dürfte. Gerade als sich die Konsumentenstimmung in Europa wieder aufzuhellen schien, sorgen die Konflikte im Nahen Osten für neue Sorgenfalten in der Industrie.
Die unsichere Lage am Horn von Afrika und die Gefahr für die Seefracht durch die Huthi treiben die Transportkosten von Fernost nach Europa in die Höhe. Gepaart mit ohnehin hohen Energiekosten drückt das auf die Margen der Hersteller. Besonders betroffen sind Reifen: Deren Produktion ist energieintensiv und stark von Rohstoffen aus der Petrochemie abhängig. Es ist daher gut möglich, dass Ersatzteile und insbesondere Veloreifen in naher Zukunft wieder spürbar teurer werden.
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